
Sollte dieses so sein, sind allerdings auch unsere Verbände gefragt um hier Erklärungsbedarf zu geben und den Friseuren rechtlichen Beistand zu geben.
Bisher hat sich aus dieser Ecke allerdings noch niemand dafür interessiert...
Übrigens: Die Ermittlungsbehörden argumentieren wie folgt:
„Der Verdacht wird durch folgende Tatsachen begründet:
Im Rahmen von steuerstrafrechtlichen Ermittlungen der Steuerfahndungsstelle Freiburg-Land gegen einen Torsten Keller, Geschäftsführer der Fa. ComHair GmbH, 38444 Wolfsburg, Heinenkamp 4 wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu Gunsten einer Vielzahl gegen nicht zu ermittelnden Frisörbetriebe wurden am 06.08.2004 die Geschäftsräume der Fa. ComHair GmbH in Wolfsburg durchsucht.
Torsten Keller steht im Verdacht als verantwortlich handelnder Geschäftsführer der Fa. ComHair GmbH eine Software in Umlauf gebracht zu haben, die es Frisörbetrieben ermögliche, Umsatzmanipulationen in dem Computerkassensystem ComCash durchzuführen.
Aus laufenden Ermittlungsverfahren gegen bereits gesondert verfolgte Frisörbetriebe konnte nachgewiesen werden, dass mit dem Computerkassensystem ComCash und eine auf dieses Programm abgestimmte und in Umlauf gebrachte Manipulationssoftware, dem sogenannten „SUM-Modul (Statistik-Umsatz-Modul)“ bzw. „Demomaker“, Umsätze manipuliert und dadurch Steuern verkürzt wurden.
Bisherige Ermittlungen haben ergeben, dass es den „Demomaker“ in zwei unterschiedlichen Varianten gibt. In der ursprünglichen Ausführung diente der „Demomaker“ der Fa. ComHair zur Anonymisierung von Adressdaten zum Zwecke der Vorführung des Kassenprogramms ComCash bei Messebesuchen. In einer weiteren Ausführung ist der „Demomaker“ jedoch nur eine „Verpackung“, in der das „SUM-Modul“ integriert bzw. versteckt wurde. Einziges aktives Tool in dieser Variante ist das „SUM-Modul“, welches die Frisördienstleistungen und somit die Umsatzzahlen verkürzt. Dieser „Demomaker“ kam ab der ComCash Version 3.0 im Laufe des Jahres 2000 zur Anwendung und wurde nach den bisherigen Erkenntnissen den Frisören unentgeltlich durch die Fa. ComHair überlassen. Es ist davon auszugehen, dass jeder Frisör, der das Computerkassensystem ComCash nutzt, auch den „Demomaker“ zum Einsatz bringt bzw. gebracht hat.
Das „SUM-Modul“ wurde bereits nachweislich von der Fa. ComHair ab dem Jahre 1997 angeboten und den Frisören für einen Betrag in Höhe von 345,- DM brutto in Rechnung gestellt.
Darüber hinaus ermöglicht das Kassenprogramm ComCash eine weitere Variante der Manipulation bei den tatsächlich erzielten Umsätzen. Hierbei handelt es sich um die manuelle Stornierung von Einzelbelegen bzw. Kassenbons. Die Kassenbons werden im Kassenprogramm ComCash nicht durchnummeriert, sondern nur nach Uhrzeit erfasst. Der sogenannte „Tagesabschlussbon“ wird weder mit Uhrzeit noch mit einer laufenden Nummerierung versehen. Die Stornierung eines Kassenbons ist somit aus dem täglich anzufertigen Kassenabschluss nicht erkennbar bzw. nachprüfbar.“
Quelle: Quelle: ICD
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