Jeans oder Friseur?

Da ist sie nun die Gruppe der Yuppies!
( Wikipedia definiert Yuppies als junge Erwachsene der städtischen oberen Mittelschicht.)

Jung, meist Single, hohes Einkommen, Mode – und Anspruchsbewusst. Die ideale Zielgruppe für den Friseur. Sollte man meinen, doch die Realität sieht meist anders aus.

Wir wollen wissen warum das so ist und begleiten die 29jährige Julia und ihre Freundin Danny 31 Jahre, bei Ihrem Bummel durch die Stadt.. Shopping und Wellness sind angesagt.


Julia spielt mit dem Gedanken ihre schlanke Figur durch chice Jeans zu betonen,





Danny will sich verwöhnen und verschönern lassen, 3 cm von ihren schulterlangen glatten Haaren sollen ab.






Die Qual der Wahl: Julia hat die Auswahl zwischen Orsoy, H&M, C&A und vielen anderen, sucht aber etwas Besonderes. Sie betritt ein stadtbekanntes Modehaus, welches mehrere Marken führt, von hochwertig bis preiswert ist alles unter einem Dach vereint. Sie wird direkt freundlich mit der Frage „Darf ich Ihnen helfen?“ begrüßt.



Danny ist vollkommen verunsichert. Zahllose Friseurgeschäfte unterscheiden sich mehr oder weniger nur durch die Plakate welche im Schaufenster hängen und durch teils gravierend unterschiedliche Preise die zwischen 10,- €uro und 45,- €uro für den Haarschnitt ausweisen.
Wo ist da der Unterschied, überlegt sie. Laute Musik im einen, schmuddeliges und verstaubtes Ambiente im anderen Salon, schließlich entscheidet sie sich für einen Friseur mittlerer Preislage, der sich durch ein Plakat im Fenster als „fairer Salon“ ausweist. Das schafft Vertrauen, ernüchternd trotzdem die fast vorwurfsvolle Frage der Rezeptionistin: „Hatten Sie einen Termin?“ Danny fühlt sich nicht gerade willkommen…

Inzwischen ist Julia in der Jeansabteilung angekommen, der Weg führte sie vorbei an schön dekorierten Textilien und schnell kam ihr der Gedanke: da muss ich aber auch noch mal schauen. Die Verkäuferin erkundigt sich nach der gewünschten Farbe, Passform und macht dann selber aktive Vorschläge. Die Wahl fällt schließlich auf eine Versace Jeans für 220,- €uro .


Unterdessen sitzt Danny am schlichten Behandlungsplatz und äußert ihren Wunsch, wieder ein wenig Pepp in die Haare zu bekommen. Die Friseurin nickt, man einigt sich auf gute 5 cm Haarlänge die abzuschneiden sind. Wenige Minuten später genießt Danny die entspannende Haarwäsche.



„Einen Moment, ich habe da noch was ganz tolles für Sie!“ hört Julia ihre Verkäuferin sagen, die ihr dann passend zu der neuen Jeans einen Gürtel mit Swarowski Steinen zeigt. Stolze 80,- €uro, aber einfach schön. „Ja, genial – das passt, das nehme ich!“ die kurz entschlossene Antwort der Kundin.



Indes liegen 5 cm Haare am Boden, Danny genießt dabei ihren Kaffee, wundert sich aber über die vielen Haaren im Werkzeug ihrer Friseurin. „Wohl von den Kunden davor… nicht sehr appetitlich denkt sie als sie gefragt wird: „Soll ich ihnen das fönen, oder fönen sie selber? Das ist 15,- €uro billiger!“ In Anbetracht der haarigen Bürsten entschließt sich Danny selber zu fönen.


Julia steht an der Kasse und zahlt locker ihre 300,- €uro. Sie ist happy, zwei schöne neue Teile, da werden ihre Freundinnen staunen. Beschwingt und zufrieden verlässt sie das Geschäft mit dem Vorsatz bald wiederzukommen.




„Fast trocken, aber eigentlich wäre mir ein schönes Styling lieber gewesen, gerade heute wo ich mich mit meinen Freundinnen treffe!“ An der Kasse bezahlt sie 32,- €uro und verlässt den Salon. Zwei Straßen weiter trifft sie eine Bekannte: „Ach, beim Friseur warst Du? Sieht man gar nicht..!“ „Ja… eigentlich hätte ich mir auch was anderes gewünscht. Vielleicht auch mal eine Tönung oder man hört ja viel von diesem Painting..!“ entgegnet Danny. „Aber weißt Du was? Da drüben ist doch das Modehaus.. lass uns doch mal shoppen gehen..!“


Stunden später.

Das Modehaus schließt und die Verkäuferin schlägt die Kasse ab. „Super!“ denkt sie, „wenn das so weitergeht, gibt es den Monat eine fette Provision… !“





Zwei Ecken weiter im Friseursalon hingegen Frust. „Das gibt Ärger mit dem Chef, den Monat wird das wieder nichts mit dem Sollumsatz.. und von der gewünschten Lohnerhöhung kann ich nur träumen…!“



Friseurin und Verkäuferin sitzen später zufällig im gleichen Wirtshaus. Über der Theke auf dem Holzschild steht zu lesen: „Jeder ist seines Glückes Schmied!“


„Richtig was aus dem Tag gemacht, toll!“ freut sich das Mädel aus dem Modehaus, „Morgen geht’s weiter so!“





„Weiß gar nicht wie ich Umsatz machen soll um mal mehr zu verdienen. Die Kunden haben doch alle kein Geld mehr!“ sinniert unsere Friseurin… „ich glaube ich wechsele den Job… keine Lust mehr!“



Nicht umsonst stellt Unternehmensberater Goebel die provokante Frage: "Müssen Friseurinnen ihr Verhalten ändern? "
"Müssen Friseurinnen ihr Verhalten ändern? "

Übrigens: ich beantworte diese Frage mit: DRINGENST!
Diese Geschichte ist aus dem Friseurleben gegriffen... entspricht aber der Realität. Der Salonalltag strotzt von vergebenen Chancen....








Quelle: Fotos Fotolia

23.05.2012 - 07:00:40

Letzte Aktualisierung: 22.05.2012
ISSN - 2190-9873