Autor: Rene Krombholz - erschienen in: Marktlücke
Friseure und Industrie...Ein Thema zu dem schon vieles gesagt und geschrieben worden ist.
Auch ich habe mehrfach kritisch dazu berichtet, was mir einen vorübergehenden Informations-Stop einer Industrie Pressestelle bescherte, aber auch den Vorwurf : ich würde mal für Friseure und mal für die Industrie schreiben. ( Redaktion DFH)
Nein, das ist falsch! Seit Jahrzehnten bewege ich mich in dieser Branche, kenne beide Seiten und finde es fair und gerecht auch beide Seiten zu sehen
Rene Krombholz
Friseurunternehmer und Fachautor
Die Produkte werden den Friseuren überteuert verkauft
Im Retailmarkt wird mit zehntel Cents gerechnet, der Preiskampf tobt, die Firmen unterbieten sich gegenseitig. Vielfach wird behauptet : diese Drogeriemarkt-Produkte werden durch den verteuerten Abverkauf der Waren beim Friseur subventioniert. Da mag was wahres dran sein, allerdings sind die meisten Friseure schlechte Kaufleute und geben sich mit Standardrabatten von 25% bis 33 % zufrieden und nutzen nicht die Möglichkeiten billiger einzukaufen.
Die Industrie macht nur Werbung für die Produkte im Drogeriemarkt
ein zum Teil berechtigter Vorwurf. Zig Millionen werden für TV Werbung ausgegeben, die Friseur-exclusiven Produkte werden nicht beworben. Bei der niedrigen Marge im Retailmarkt muß der Gewinn über hohe Absatzzahlen erreicht werden, von den deutlich geringeren Zahlen im Friseur-Verkauf kann die Industrie nicht leben. Außerdem: statt Werbung gibt es für den Friseur Seminare und Verkaufshilfen.
Die Industrie verleitet die Kunden dazu, sich die Haare selber zu machen
"Salonschön wie beim Friseur!" Ein Satz aus der Schwarzkopf TV Werbung für Coloration . Wird die Kundin damit aus dem Salon gelockt?
In Zeiten wo gespart werden muß, mag das vielfach zutreffen. Auf der anderen Seite kann der Friseur aber durch professionelle Arbeit seine Colorationen so aufwerten, das es einen deutlichen Unterschied zur Heimbehandlung ergibt
Die Preise der friseur-exclusiven Produkte muß gesenkt werden
um den Abverkauf im Salon zu steigern und gegenüber dem Retailmarkt wettbewerbsfähig zu sein.. Eine berechtigte Forderung soll man meinen. Genauer betrachtet bieten aber fast alle Firmen gestaffelte Einkaufs-konditionen. Es gibt NR Rabatte teils bis 100% ! bedeutet für 800 € kaufen und für 800 € Ware gratis dazu ! Nur wenige Friseure nutzen diese Möglichkeiten und geben die reduzierten Einkaufspreise in Form von Angeboten an Kunden weiter.
Fazit:
Man sieht: jedes Ding hat zwei Seiten. Sicher ist mit der Zusammenarbeit zwischen Friseuren und Industrie manches im argen, - aber: Fehler werden auf beiden Seiten gemacht. Während sich viele Friseure durch kaufmännisch unprofessionellen Einkauf und Untätigkeit im Marketing profilieren, ist es bei der Industrie oftmals der Außendienst der eher versucht ist den eigenen Sollumsatz zu steigern als den Friseur auf die Möglichkeit günstigeren Einkaufs hinzuweisen.
Durch eigene Erfahrungen über Jahrzehnte hinweg wird deutlich: passieren hier Fehler, ist die Industrie selten bereit diese zu korrigieren. Zu oft ist dann der Friseur der "Dumme"
Auf beiden Seiten gibt es Dinge die verbessert werden können, - und genau darüber habe ich mir meine Gedanken gemacht
Rene Krombholz
Friseurunternehmer und Fachautor
Quelle: Autor: Rene Krombholz - erschienen in: Marktlücke - Abdruck ( auch auszugsweise ) nur mit Genehmigung des Autors
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