| Friseurhandwerk Bilanz 2010 |
Vom wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland konnte die Friseurbranche bisher kaum profitieren, teilte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks anlässlich seiner Verbandstagung in Berchtesgaden mit.
2010 gingen die Umsätze im Friseurhandwerk erneut um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In Hinblick auf ständig steigende Kosten für die Unternehmen, eine fatale Situation.
„Klar, die Leute haben ja immer weniger Geld in der Tasche..!“ wird jetzt so mancher Berufskollege sagen und das mag auch stimmen.
Dazu passt die folgende Meldung:
Mai 2011: 616,- Euro hat jeder erwachsene Deutsche in den vergangenen zwölf Monaten für Gesundheitsleistungen aus der eigenen Tasche bezahlt. Hochgerechnet auf die gesamte Bundesrepublik ergibt das Gesamtausgaben von über 42 Milliarden
Diese Zuzahlungen werden notwendig, da die Krankenkassen immer weniger Einnahmen verzeichnen. Heute sind es nicht mehr die Beiträge der Arbeitslosen die in den Kassen fehlen, sondern für Millionen von Minijobbern zahlen die Unternehmen keine oder nur noch Pauschalbeträge.
Der 10,- €uro Friseur um die Ecke beschäftigt nur Mitarbeiter mit 400,- €uro Jobs, sein Argument im Wettbewerb ist der niedrige Preis. ( zwischen Preisdumping und Lohndumping bestehen – abgesehen von der Qualität – immer unmittelbare Zusammenhänge)
Fatal dabei ist: diese Preise sind so preiswert nicht!
Was die Kunden sparen wird ihnen an anderer Stelle wieder weggenommen, die Zuzahlungen der Krankenkasse sind auch fehlende Beiträge, welche der 10,- €uro Friseur eben nicht abgeführt hat, (nicht abführen brauchte) und deshalb billige Preise machen konnte!

Darüber sollte man mit Kunden reden, auch um dieses bekanntzumachen gibt es die
Initiative „der faire Salon“ .
Aber auch folgendes ist nachdenkenswert:
Zentralverband: Die rund 260 000 Friseurinnen und Friseure in rund 80 000 Salons hatten 2010 in Deutschland einen Umsatz von geschätzt 5,5 bis sechs Milliarden Euro erwirtschaftet.
Dagegen: Die Bundesbürger wollen 2011 laut einer Studie der Commerzbank so viel Geld wie nie zuvor für Auslandsreisen ausgeben. Damit würden die Ausgaben für Auslandsreisen mit 61,3 Milliarden Euro einen Rekord erreichen. Ein Umsatz 10mal höher als der Gesamtumsatz der Friseurbranche, und gerechnet sind hier nur die Auslandsreisen!
Zentralverband: Nach einer Studie gingen Frauen im Jahr 2010 durchschnittlich 5,5-mal zum Friseur und gaben pro Besuch im Schnitt 43,90 Euro aus.
Dagegen: Die Bundesbürger geben immer mehr Geld fürs Essen außerhalb ihrer vier Wände aus. Das belegt die kürzlich veröffentlichte Zahl der Woche des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden: Durchschnittlich 113,- Euro im Monat zahlt ein privater Haushalt in Deutschland im Jahr für Besuche von Restaurants oder Cafés. (Quelle: RP-Online)
Zentralverband: Die Männer kamen statistisch auf 6,9 Friseurbesuche und legten dabei im Schnitt jedes Mal 15,40 Euro auf den Tisch.
Dagegen ist die Flatrate für das Handy oder Smartphon pro Monat vergleichsweise mehr als doppelt so teuer…!
Das Argument: die Kunden haben kein Geld und sparen deshalb beim Friseurbesuch ist nicht mehr oder weniger als eine Halbwahrheit.
Vielmehr ist der Friseurbesuch für die Kundin immer unwichtiger und uninteressanter geworden. Das zeichnete sich seit Jahren in der Studie SPIEGEL Outfit ab. Vielfach bekannt, hat sich in den Salons kaum etwas geändert….
Lesen sie weiter: die Kundin hat den Friseur abgewählt! .

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22.05.2012 - 22:22:10 Letzte Aktualisierung: 22.05.2012
ISSN - 2190-9873
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