Was ist Promi-Friseur?

Udo Walz, Gehard Meir, Marlies Möller, Dennis Creuzberg…. große Namen der Friseurbranche. Aber wir wissen: Namen kommen und gehen, sind Schall und Rauch, werden durch Medien nach oben katapultiert oder in den Abgrund verstoßen.

In den Augen vieler Verbraucher sind solche angesagten Namen IN, da muss man einfach hin. Wer sich Promi-Friseur nennt hat einen Vertrauensvorschuss, Kunden hinterfragen nicht welche Leistung hinter den, dann doch höheren Preisen stecken. Einmal zu Udo Walz, ein Wunsch vieler Kundinnen, aber er kann nicht in all seinen Salons gleichzeitig sein, auch er kann zeitgleich nur eine Kundin behandeln. Und überhaupt: bewies er nicht selber im Fernsehen wie einfach Haare schneiden ist? In wenigen Tagen lernte er einen Schafhirten an um dieses im TV zu demonstrieren ....

Ohne Meisterbrief schaffte es Gehard Meir mit den extravaganten Frisuren von Gloria von Thurn und Taxis sich in die oberste Liga der Top Friseure zu katapultieren.

Andere Promi-Friseure sprechen von „Ihren prominenten Kundinnen“ und es stellt sich heraus: die benannten waren noch nie in dem Salon. So gab Promifriseur Andreas Wendt unter anderem Michaela Schaffrath ("Gina Wild") als seine Kundin an. Eva Mollenhauer, die Managerin von Gina Wild empört sich gegenüber dem Kölner Express: "Sie war noch niemals bei ihm. Er kann doch nicht einfach ihren Namen verwenden".

Auch von anderer Seite steht Andreas Wendt Ärger ins Haus, berichtet der Kölner Express weiter: Die Wirtschaftsabteilung der Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn, es läuft ein Verfahren wegen Bankrott und Insolvenzverschleppung. (Aktenzeichen 112 JS 747/07
Bekannt wurde Wendt durch die TV-Doku „Hilfe vom Profi" (ProSieben). Dort half er heruntergewirtschafteten oder nahezu bankrotten Saloninhabern/innen wieder auf die Beine.

Ohne Zweifel: es gibt großartige Friseure welche die Bezeichnung „Promi-Friseur“ verdienen. Auf der anderen Seite bleiben viele Friseure mit fachlich ähnlich guter Leistung recht unbekannt.

Um das Bild abzurunden: ich selber habe viele Jahre in einem „Promi-Salon“ arbeiten dürfen. Dort habe ich viel – vor allen Dingen andere Sichtweisen – kennengelernt, eine tolle Erfahrung, eine schöne und wertvolle Zeit in meiner beruflichen Laufbahn.

In viele gleichartige und ebenfalls bekannte Salons durfte ich Einblick nehmen und weiß heute: alle kochen nur mit Wasser und manches finde ich auch bedenklich. In unserem Salon – der ein ganz normaler Familiensalon ist - haben bisher alle Kundinnen ihre Haare auf dem Kopf behalten, auf der anderen Seite kenne ich bekannte Friseure die schon einige Male Ihren Kundinnen einen chemischen Totalhaarschnitt verpasst haben.

Bekannte Friseure verzeichnen in der Regel eine deutlich höhere Nachfrage, können aber nicht mehrere Kunden auf einmal behandeln. Assistenten sind dann zur Stelle, übernehmen dann einen Teil der Arbeiten. Der Starfriseur kommt zum ende der Behandlung, fönt die letzten Haare über die Rundbürste, zupft die Locke zurecht oder kürzt die letzte Strähne. Die Kundin ist glücklich.. .. sie war beim Promi-Friseur.

SIE als normaler Friseurhandwerker sollten sich davon nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern weiterhin Ihre bewährt gute Arbeit leisten. Prominent werden Sie dadurch zwar nicht, aber Sie haben (hoffentlich) Ihr Einkommen. Und glauben sie mir: es gibt auch Promi-Salons mit dicken roten Zahlen im Hintergrund.

Eines gilt allerdings für Mitarbeiter wie auch Chef’s: nicht alles ist die Wirtschaftskrise schuld und auch dem Billigsalon um die Ecke kann man etwas entgegensetzen: überprüfen Sie jederzeit kritisch die eigene Leistung, spüren Sie Schwachstellen auf, gehen Sie mutig neue Wege!
Viel Erfolg wüscht Ihnen dabei

Rene Krombholz






22.05.2012 - 21:49:00

Letzte Aktualisierung: 22.05.2012
ISSN - 2190-9873


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