Abgewählt...

Der Friseurbesuch in den Augen der Kundin.

Kundenwünsche werden regelmäßig erfragt. Gerade erst durch die Verbraucherumfrage des IVF. Was hier veröffentlicht wurde ist Fakt, andere Dinge spielen eine ebenso wichtige Rolle.

Die Tatsache das 59% der Kundinnen nicht Ihre Wunschfrisur erhalten, das 76% intensiver beraten werden möchten ist auch Folge mangelnder Weiterbildung zu der vielen Betrieben das Geld und den Mitarbeitern die Lust fehlt.

Für eine Leistung bezahlen mit der man nicht 100%ig zufrieden ist, das wird immer als zu teuer empfunden. Ob die Kritik an den Friseurpreisen wirklich nur eine Sache der Transparenz ist darf man bezweifeln. Schaut man sich das veränderte Verbraucherverhalten an, wird manch anderes offensichtlich.

Stellten in den vergangenen Jahren die Senioren einen großen Teil der Stammkundschaft, sie werden naturbedingt weniger. Es war eine Generation die vor dem 2ten Weltkrieg geboren, an Disziplin, Fleiß, Gehorsam und Autorität glaubte. Durch eigene Lebenserfahrung sparsam, schnell zufrieden und oft nicht gewohnt eigene Wünsche durchzusetzen. Die ideale Kundin für die 'so wie immer?' Behandlung.



Die Generationen danach, es fängt bei den 50 Jährigen an, haben gelernt sich durchzusetzen, eigene Wünsche in den Vordergrund zu stellen, Leistungen zu hinterfragen.

Der Lebensstandard hat sich geändert. Geschah für die älteren Menschen früher vieles aus reiner Zweckmäßigkeit, verlangen die Generationen der Erlebnisgesellschaft weit mehr. Ambiente, Erleben und Wohlfühlen stehen im Vordergrund.

Dem sind nur wenige Friseure gerecht geworden. Vergilbte Gardienen, selbstbekritzelte Preistafeln und Angebote oder tote Fliegen im Schaufenster verleiten potentielle Kunden eher zum weitergehen als zum Salonbesuch. Hier fehlt es an Image und zeitgemäßem Angebot.

Es ist fast unglaublich, trotzdem wahr: Eine Konsumentengruppe wird derzeit von der Werbung besonders heftig umworben. Es ist die Gruppe der 14 bis 20 jährigen. Sie sind bereit, viel Geld für ihr Outfit auszugeben. Dies steht ausreichend zur Verfügung,

Geld ausgeben ist für die Kids 'trendy' , von der Werbung sind sie stark umworben. Kein Wunder ist diese Gruppe unserer Bevölkerung zugleich eine kaufkräftige: die hohe Kaufkraft welche hinter den Jugendlichen steht, verdeutlicht eine Untersuchung des Münchner Instituts für Jugendforschung ( IJF ) wonach die 15 Millionen fünf bis 20jährigen über eine Kaufkraft von rund 30 Milliarden DM verfügen. Aber: welcher Friseursalon bietet dieser Zielgruppe ein interessantes Angebot ???

Es ist nicht zu übersehen, der größte Teil der Friseurbranche hat versäumt die Entwicklung der Kunden/innen mitzugehen. Das Angebot ist das gleiche wie vor 10 oder noch mehr Jahren, was sich geändert hat ist der Preis. Dies ist den Verbrauchern von heute zu wenig , - mit Recht. Folglich wird der Friseur als zu teuer empfunden, die Bereitschaft für den Friseurbesuch gerne Geld auszugeben sinkt. Genau dies wird auch ersichtlich in Studien wie Outfit 4 ( Spiegel)
Hier rangiert auf die Frage 'wofür geben Sie gerne Geld aus' der Friseur bei den Männer auf unterster Rangfolge. Lieber kaufen unsere Kunden Socken und Unterwäsche, als es für den Friseurbesuch auszugeben. Dies hat viel mit Angebot und Image zu tun.

22.05.2012 - 21:17:31

Letzte Aktualisierung: 22.05.2012
ISSN - 2190-9873