Friseure 2010

Versuch einer nichtmodischen Kurzanalyse

In den vergangenen Jahren ist die prekäre Lohnsituation im Deutschen Friseurhandwerk mit seinen 62.348 Unternehmen sprichwörtlich geworden: Immer wenn besonders niedrige Löhne öffentlich bewiesen werden müssen, wird unbarmherzig das Friseurhandwerk zitiert. Ist das berechtigt? Leider: Ja. Denn was die öffentlich zugänglichen Tarifverträge anbelangt, ist die Aussage über wirklich niedrige Löhnen berechtigt.

Höhere Löhne könnten durchaus gezahlt werden, wenn die Marktpreise für Friseurleistungen flächendeckend um 30 % angehoben würden, oder wenn die Soziallasten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und die Lohnsteuer für Arbeitnehmer geringer würden. Bliebe noch als nachahmenswertes Beispiel die mehrwertsteuerliche Sonderbehandlung für das professionelle Übernachtungswesen. Ist mit derartigen paradiesischen Veränderungen zu rechnen? Wohl kaum.

Bliebe in der Regel nur eine angemessene Preiserhöhung, was relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Es gibt nur eine Hürde:

Die Verbraucher müssten den höheren Preisen munter zustimmen, damit sich die Situation buchhalterisch positiv verändert. Doch das ist von den Konsumenten nicht zu erwarten, weil sie sich - wie Mario Barth, nicht blöd! - auf Schnäppchenjagd befinden, obwohl sie auf der anderen Seite mit den gering verdienenden 'Friseusen' hier und da als Lippenbekenntnis warmes Mitleid haben.

Appelle für faire Preise bleiben mehrheitlich ungehört, weil alle Menschen im wirtschaftlichen Kreislauf mindestens zwei Eigenarten haben:

Als Angestellte, Selbständige oder Abhängige freuen sie sich in unserer Marktwirtschaft über hohes Einkommen. Und andererseits sind sie bemüht, Gutes für wenig Geld zu ergattern.© Karl Wilhelm Goebel

www.goebelberatung.de

Quelle: Unternehmens Beratung Goebel

07.02.2012 - 20:13:15

Letzte Aktualisierung: 07.02.2012
ISSN - 2190-9873


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