Man muss auch WOLLEN können!

Vorsätze und Absichten - Man muss auch WOLLEN können!!!!

Das Leben ist kein Ponyhof. Es stellt uns immer wieder vor Aufgaben, für die wir uns überwinden müssen. 'Motivation gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselbegriff für erfolgreiches Handeln, Arbeiten und Lernen. Doch noch wichtiger ist der lange Zeit vergessene Wille!'

Wir haben gehörig Mühe damit, viele Tätigkeiten in unserer Arbeit und im Alltag überhaupt anzufangen, geschweige denn durchzustehen. Von dem noch durchzuführenden Mitarbeitergespräch bis hin zu den Veränderungen, die wir zwar für erstrebenswert halten, die uns deshalb aber noch lange nicht leicht fallen.

Es fehlt uns nicht an Motivation – denn wenn wir motiviert sind, dann wählen wir aus vielen Möglichkeiten, die uns lohnend, vernünftig oder passend erscheinenden Zielen aus. Das ist ein guter erster Schritt, aber Zielfindung garantiert noch keine Zielrealisierung. Auch wenn wir für etwas wirklich motiviert sind, bleiben wir nur allzu oft auf halber Strecke stehen.

Oder wir finden sogar den Einstieg nicht: Wirklich konsequent die weiterempfehlenden Visitenkarten inklusive Nachtermin einzusetzen oder mit den weiterempfehlenden Beauty Schecks zu arbeiten, die Chips beim Fernsehen liegen zu lassen oder regelmäßig mindestens drei Mal pro Woche zum Sport zu gehen.

Die Motivationspsychologie hat in den Jahrzehnten nach dem Krieg vor allem sogenannte Erwartungs-Wert-Theorien formuliert. Demnach wählen wir solche Ziele, die uns sinnvoll erscheinen ('Wert') und handeln dann ausdauernd in diese Zielrichtung, wenn wir dazu gute Erfolgsaussichten erkennen ('Erwartung'). Das Problem ist, dass dieses Modell nur in kontrollierten Laboruntersuchungen erforscht wurde – nicht im wirklichen Leben. Daher kann die Motivationspsychologie bis heute nicht erklären, warum wir zum Beispiel ein Vorhaben auch dann auf Wiedervorlage schieben und nicht zielorientiert handeln, wenn uns diese Ziele wichtig sind (positiver Wert) und die Möglichkeiten günstig erscheinen (positive Erwartung). Das heißt zum Beispiel, obwohl ich durch den konsequenten Einsatz des weiterempfehlenden Beauty Schecks mehr Kunden habe (positives persönliches Image) und daraus resultierend mehr Trinkgeld und Gehalt durch Umsatzprovisionen verdiene, schlafen bei vielen die Bemühungen wieder ein.

Man bezeichnet diese widersprüchlichen Handlungsweisen als Handlungsloch oder Realisierungslücke. Dies führt zu einer Renaissance der Willenspsychologie. Hier rückt die willentliche Zielrealisierung in den Vordergrund. Das sind all die Schritte, die eine motivierte Handlung in Gang bringen, sie gegenüber Problemen und Störungen abschirmen und bis zur Zielerreichung auf Kurs halten.

Hierzu ist es notwendig, die Begrifflichkeiten Vorsätze und Absichten genauer zu betrachten. Wir sprechen häufig von 'Vorsätzen' – meinen damit aber nur mehr oder weniger bindende Absichten. Absichten formulieren Ziele – ich möchte mehr Kunden/Umsatz oder mehr Sport machen,– aber keine Vorsätze oder Handlungspläne. Der kleine Unterschied ist in Wahrheit gewaltig. Vorsätze sind konkrete Handlungspläne und haben die einfache Form 'Wenn Situation X, dann Handlung Y': Wenn ich zur Arbeit fahre, habe ich die Sportsachen gleich im Auto und gehe am Feierabend gleich in den Stadtpark joggen oder in das Fitnesstudio. Ich komme nicht mal in die Nähe meiner Couch

Ich brauche mehr Kunden und möchte deshalb die Werbestandards konsequent einsetzen!? Auf dem Clipboard mit dem Laufzettel liegen immer ein Beauty Scheck und eine weiterempfehlende Visitenkarte. Ich bitte jede Kundin am Bedienplatz um eine Weiterempfehlung. Am Kassencomputer steht der Hinweis 'Der Kundin wurde ein Nachtermin angeboten!'

Sie können für unterschiedliche Vorsätze mehrere Handlungsweisen festlegen. Vorsätze wirken nachhaltig, allerdings nur unter der Bedingung, dass es eine Selbstverpflichtung, eine innere Bindung gibt:

Ich will dem Vorsatz folgen und ebenso der Absicht und den einzelnen zielführenden Schritten!

Als Führungskraft können Sie diesen Prozess coachen und begleiten, das 'commitment' macht jeder mit sich selbst!

Trotz dieser Vorgehensweise wird es zu Enttäuschungen, Rückschlägen oder Frust kommen. Diese gilt es nicht wertend zu analysieren und mit einem neuen Vorsatz zu beginnen.

Schon Goethe formulierte:

'Ich will!' / das Wort ist mächtig / spricht´s einer ernst und still / die Sterne reißt´s vom Himmel / das eine Wort: 'Ich will!'



Quelle: Alwin Stamm

21.05.2012 - 23:17:22

Letzte Aktualisierung: 18.05.2012
ISSN - 2190-9873


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