
Aus dem Spannungsfeld von Chef zu Mitarbeiter:
Soziale Kompetenz wird in zunehmendem Maße als Schlüsselqualifikation für beruflichen Erfolg gesehen. Auch für die Gestaltung von Alltagssituationen werden soziale Fähigkeiten immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet.
In unserem Gebäude auf allen Stockwerken hängen für alle gut sichtbar unsere 'Firmengrundsätze'. Einer dieser Grundsätze lautet:
'Erfolg ist die Basis für soziales Verhalten.'
Dieser simple wie richtige Satz sagt, dass die Voraussetzung für jedes soziale Verhalten der ökonomische Erfolg des Gebenden ist. Oder: 'Ich muss zuerst etwas erwirtschaften, bevor ich es dann für soziale Zwecke weitergeben bzw. einsetzen kann.'
Ich schreibe diesen Beitrag bewusst in diesen Tagen, da es mir scheint, dass bestimmte Denkweisen in unserem Land sich von diesem zwingenden Zusammenhang gerade lösen. Und gerade weil dies derzeit geschieht, müssen wir diesem gedanklichen Irrweg entgegenwirken. Nicht selten begegnen Sie bei Ihren Mitarbeitern einem völligen Unverständnis darüber, wie Lohn- und Lohnnebenkosten im krassen Missverhältnis zu dem eigenen Umsatz und damit zu dem selbst erwirtschafteten Deckungsbeitrag stehen. Hier werden Ansprüche und Hoffnungen erkennbar, die eben nicht mehr im Zusammenhang mit einer Ausgewogenheit zwischen 'Geben und Nehmen' stehen. Und es fallen dann immer wieder die Schlagworte wie soziale Gerechtigkeit und tariflich abgesicherter Anspruch.
Das beste Beispiel für die derzeitige Sinnkrise ist die SPD, die gerade mit einem neuen Parteivorstand ihre Rolle als Oppositionspartei sucht. Und weil man in einer Opposition natürlich alles fordern kann, ohne dafür in eine Verantwortung gehen zu müssen, werden von dort zum Teil gefährliche Botschaften an die Bevölkerung getragen. Zum geistigen Grundbestand einer sozial verantwortlichen Partei gehört die Auffassung, dass die Leistungen eines Sozialstaates von der aktiven Bevölkerung getragen werden müssen. Wer soziale Wärme will, muss sich zuallererst um das Erwerbsleben im Lande kümmern. Das Soziale muss in einer Relation zur Arbeit stehen. Daraus ergibt sich zwingend, dass die Stabilität unseres Landes in schwierigen Zeiten (und die haben wir derzeit) nur durch Anpassungen der Sozialleistungen zu sichern ist.
Derzeit soll als Maßstab für soziale Gerechtigkeit allein die Höhe von Sozialleistungen sein, ohne Rücksicht auf diejenigen, die die Sozialbeiträge und Steuern erarbeiten müssen. Aussagen wie 'Sozial ist, was Arbeit schafft' werden als 'soziale Kälte' gewertet. Der SPD ist die Gerechtigkeit zwischen Sozialleistung und Arbeitsleistung verloren gegangen.
Das Soziale hat sich von der Arbeit abgekoppelt:
Hier deutet sich eine soziale Spaltung an, die unser Land mehr schädigen kann, als die vielbeschworene Spaltung zwischen 'Arm und Reich'.
Unser bestehendes Sozialsystem ist nur dann legitim, wenn die Menschen, die Leistungen beziehen, in besonderer Weise aufmerksam und respektvoll gegenüber den Menschen sind, die diese Leistungen erwirtschaften. Das bedeutet auch, dass man zu Anpassungen bereit sein muss, wenn die Erwirtschaftung von Steuern und Sozialbeiträgen schwieriger wird. Wir brauchen wieder eine Brücke zwischen Leistungsträgern und Leistungsbeziehern. Die Sozialpolitik kann sich nicht als alleiniger Herr im Haus fühlen. Ansonsten überzieht uns das, was führende Wissenschaftler warnend als 'Tyrannei des Sozialen' bezeichnen.
Sie selbst können sich gut dabei behelfen, indem Sie Ihre Mitarbeiter mehr als bisher informativ in die Kostenseite Ihres Unternehmens einbinden. Auch unser sehr erfolgreiches Seminar 'Unternehmerisches Denken und Handeln' hat genau dies vor Augen und öffnet den Blick der Mitarbeiter für die Beziehungsebene zwischen Kosten und Erlösen. Wissende Mitarbeiter sind viel weniger anfällig gegen populistische Schlagworte und sie werden auch mit mehr Verständnis an die wirtschaftlichen Belange Ihres Unternehmens herangehen können:
● Wissen Ihre Mitarbeiter Bescheid über die Kostenstruktur Ihres Salons?
● Wissen Ihre Mitarbeiter Bescheid über ihr eigenes Lohn-Umsatzverhältnis?
● Wissen Ihre Mitarbeiter, ab welchem Umsatz für sie ein Leistungslohn interessant sein kann?
Und wissen Sie selbst, welche Mitarbeiter in Ihrem Salon von anderen Mitarbeitern oder von Ihnen selbst monatlich subventioniert werden? Niemand will auf Dauer von anderen Teammitgliedern subventioniert werden, dies kratzt in aller Regel an dem eigenen Selbstwertgefühl. Nur, wenn ein Mitarbeiter dies gar nicht weiß, wie soll er sich verhalten und verändern?
Vermeiden Sie, dass Ansprüche auf höhere Entlohnung sich völlig loslösen von der Wirtschaftlichkeit solcher Wünsche. Diskutieren Sie auf einem Teamabend über diese Zusammenhänge und sprechen Sie in Einzelgesprächen über das Lohn-Umsatzverhältnis jedes Mitarbeiters. Eine zahlenmäßig sich ergebende Unterdeckung ist dann Anlass, über eine Schließung dieser Lücke zu sprechen und Ansatzlösungen zu finden. Eine zahlenmäßige Überdeckung ist dann ebenso Anlass, über eine Lohnerhöhung, egal in welcher Form, zu sprechen.
Hüten Sie sich, in der Gedankenwelt der derzeitigen SPD (von der LINKEN ganz zu schweigen) zu verweilen, wo die Erbringung von Sozialleistungen mit deren Erwirtschaftung nichts mehr miteinander zu tun haben will.
Ein gerechtes Sozialsystem verträgt kein 'Besitzstandsdenken'!
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