
Das machten die 110 Obermeisterinnen und Obermeister auf dem Jahresauftaktseminar des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) deutlich. Sie trafen sich auf dem ZV-Forum im Lufthansa Training & Conference Center Seeheim, um zwei Tage lang die aktuellen Themen der Branche zu diskutieren.
„Der Zentralverband wird sich weiter für eine Reduzierung der Mehrwertsteuer engagieren. Wir werden unsere Aktivitäten gerade im parlamentarischen Raum verstärken“, erklärte ZV-Präsident Andreas Popp.
Dazu gehöre es auch, die Arbeit der angekündigten Regierungskommission zur Überprüfung des Mehrwertsteuersystems argumentativ zu begleiten. Popp: „Die Sonderbehandlung für Hotelübernachtungen ist vor diesem Hintergrund allerdings mehr als unverständlich.“ Schnellschüsse dieser Art sind nur im
politischen Gesamtkontext erklärbar. In einer viel beachteten Präsentation zeichnete ZVHauptgeschäftsführer Rainer Röhr deshalb ein aktuelles Stimmungsbild der bundesdeutschen Befindlichkeiten, das ZV-Justitiar Joachim M. Weckel mit seinen Erläuterungen zu den friseur-relevanten Themen des Koalitionsvertrages ergänzte.
Ohne die Verbandsorganisationen geht es nicht, dies zeigt sich gerade in krisengeschüttelten Zeiten. Über die besonderen Herausforderungen waren sich auf dem Jahresauftaktseminar aus aktuellem Anlass alle einig, auch über den Entwicklungsbedarf. Der Unternehmensberater und Coach Hannes Friedl machte den Teilnehmern die Stärken und Schwächen der aktuellen Innungsarbeit deutlich.
Friedl zeichnete Möglichkeiten auf, die Innungsarbeit zu modernisieren und die Mitgliedschaft für Friseurbetriebe noch interessanter und nützlicher zu gestalten.
Spätestens nach den Programm-Highlights am Montag war allen Obermeisterinnen und Obermeister klar, dass sich die Teilnahme am ZV-Jahresauftaktseminar auch in diesem Jahr wieder gelohnt hat. So erläuterte Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Leiter der Abteilung Berufsbildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, welche konkreten Auswirkungen und Herausforderungen die Schaffung eines europäischen Bildungsraumes auf die Berufsbildung im Handwerk hat.
ZV-Hauptgeschäftsführer Röhr betonte, dass der zunehmende Einfluss Brüssels auch über die europäische Interessenpolitik des Zentralverbandes mitgestaltet werden muss. Der Zentralverband werde sich im Rahmen des Sozialen Dialogs
für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Dualen Systems und gegen eine radikale Modularisierung der Berufsbildung stark machen.
Aktiv werden die Verbandsorganisationen des Friseurhandwerks auch im Bereich der Tarifpolitik bleiben müssen. Hintergrundinformationen dazu gab Paul Noll, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Er zeigte Ansätze und Instrumente auf, wie das Dilemma zwischen staatlicher Reglementierung und moderner Tarifpolitik gelöst werden kann. Quelle: ZV
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