
Haararten
Echthaar:
- Am besten geeignet ist europäisches Haar, da dieses aber nur in geringen Mengen verfügbar ist, stammen die Echthaare meist aus Indien. Dort gibt es eine jahrtausendalte Tradition des Hindus: Nachdem ein Wunsch erfüllt worden ist werden die Haare geopfert. Wohin die Haare anschließend gehen wissen die wenigsten der Menschen dort. Die Tempel, welche die Haare verkaufen nutzen das Geld dass sie damit einnehmen oftmals für wichtige Anschaffungen, sie geben es beispielsweise an Krankenhäuser weiter. Die Haare werden in spezielle Fabriken gebracht, dort werden sie dann zuerst mit einem einfach Shampoo in niedriger Konzentration gewaschen. Dann werden sie Bündelweise strammgezogen, gekämmt und nach der Länge sortiert. Danach werden sie zwischen zehn bis zwanzig Tage zum depigimentieren in Wannen eingelegt. Dem Haar wird dadurch die Farbe entzogen – es ist meistens ganz schwarz – ohne dabei die Schuppenschicht anzugreifen oder gar zu zerstören. Wenn alle Pigmente verloren gegangen sind, können die Haare eingefärbt werden, denn sie sind nun blond. Nach dem Färben werden die Haarbündel gebügelt und verschickt. Echthaar sieht bei einer Haarverlängerung/-verdichtung sehr natürlich aus und kann genauso gestylt werden wie das eigene Haar.
Kunsthaar:
- Es besteht aus Synthetik und wird deswegen auch teilweise Synthetik-Haar genannt. Bei der Herstellung werden Millionen von durchsichtigen Fäden hergestellt und in folgenden Bearbeitungsvorgängen gespalten. Dadurch gleicht die Beschaffenheit des Kunsthaares dem des Echthaars. Durch chemische Stoffe werden die Kunsthaare gefärbt und eingeweicht damit es weicher wird. Die Herstellung von diesem Haar ist trotzdem viel preisgünstiger als die von Echthaar, deswegen wird es bei preiswerten Arbeiten benutzt. Beim Styling des Haares muss aber auf die Temperatur geachtet werden, da es beim Föhnen/Glätten schmelzen kann.
Methoden
Es gibt viele verschiedene Methoden zur Haarverlängerung. Allgemein kann man sie in zwei Gruppierungen teilen: Die warme und die kalte Methode.
Warme Methode:
- Durch Wärme und Hitze wird das eigene Haar mit den Extensions verbunden. Der Verbindungsstoff dafür ist meist Keratin, gelöst wird diese Verbindung dann wieder mit alkoholähnlichen Stoffen, welche die Klebestellen wieder auflösen.
Kalte Methode:
- Bei der Kalt-Methode wird das eigene Haar mit den Extensions durch Metall- oder Kunststoffhülsen mechanisch miteinander verbunden. Sehr positiv dabei ist, dass die Verbindungen schnell hergestellt sind und sehr feste halten. Das Ablösen ist leicht, da nur die Hülsen entfernt werden müssen und kein Kleber.
Verlängerungsmethoden
Strähnenweise: Die einzelnen Haare einer jeden Strähne sind oben miteinander verbunden, diese Verbindungsstellen nennt man „Bondings“. Sie dienen als Verbindungspunkt von Eigenhaar und Extensions.
1.Air Pressure Soperbond:
- Die Strähnen werden in Gruppen von bis zu zehn Stück verarbeitet. Oben an den Strähnen ist eine Folie angebracht, die per Luftdruck sozusagen an das Eigenhaar „angedrückt“ wird. Die Verbindungsstellen dabei sind flach. Diese Methode wird nur von der Firma „Great Lenghts“ (David Gold) angeboten.
2.High Speed Selector (Dual Power):
- Sämtliche Strähnen werden einzeln per Hand befestigt. Die „Bondings“ (Verbindungsstellen) bestehen aus thermoelastischem Poylmer, welches durch eine Wärmezange warm gemacht wird. Das Poylmer wird zähflüssig und kann um das eigene Haar gedreht werden. Nach dem aushärten sind die Verbindungsstellen rund.
3.Laserbaemer XP:
- Es können bis zu acht Strähnen gleichzeitig eingearbeitet werden und es wird ein Gerät benutzt, welches vollautomatisch arbeitet. Die Verbindungsstellen bestehen aus thermoelastischem Polymer und werden der Reihe nach erhitzt. Nachdem sie mit dem Eigenhaar verbunden worden sind kühlen sie schnell aus. Die Verbindungsstellen sind dadurch sehr flach und schmal. Diese Methode wird nur vom Herstellen „Hairdreams“ angeboten.
4.Easyhair:
- Es wird mit doppel-kunststoffbeschichteten Metallhülsen gearbeitet (Reinstkupfer), welche es in verschiedenen Farben gibt. Diese Hülsen werden dann doppelt gefaltet (das Verfahren ist patentiert!), dadurch sind sie sehr klein und schmal. Es ist die Kaltmethode mit den kleinsten Verbindungsstellen. Dadurch, dass die Metallhülsen so besonders beschichtet sind wird das Eigenhaar sehr geschont und die Verlängerung hält sehr lange. Entwickler dieser Methode ist Blond & Braun, sie vertreiben sie seit 10 Jahren in die ganze Welt. In den USA nennt sich das Projekt „Eurolocs“.
5.Microring:
- Es wird mit kleinen Metallringen (3mm breit, 2-4 mm Durchmesser) gearbeitet, welche mit einer farblich passenden Kunststoffschicht bezogen werden. Diese Rundbondings werden am Haaransatz des Eigenhaars in die Metallringe gefädelt und mit der Hilfe von einer Zange feste zusammengedrückt.
6.Eurolocks:
- Diese Methode arbeitet genauso wie die „Microring“, der Unterschied ist dass die „Eurolocks“ bis zu einem Zentimeter lang seien können. Der Sinn darin ist dass die Verlängerung länger hält.
7.Shrinkies:
- Hierbei werden Rundbondings am Haaransatz des Eigenhaars in ungefähr 1 Zentimeter lange, glaskarge Schrumpfschläuche („Shrinkies“) gesteckt. Dann werden sie mit dem Connector bei 80 bis 120 Grad warm gemacht. Die „Shrinkies“ ziehen sich dabei zusammen und geben über mehrere Monate einen guten Halt.
8.Ultraschall:
- Der Klebestoff Keratin an den Bondings wird kurz erwärmt. Die Wellen des Ultraschalls ändern die Haarmoleküle und dadurch auch die Konsistenz des Kreatins.
Tressenweise: Bei Haartressen handelt es sich um nebeneinander aufgereihte Haare die auf ein Band aufgenäht bzw. geklebt sind. Dieses Band dient als Verbindungspunkt zum Eigenhaar.
1.Clip Extensions:
- Dies ist eine sehr schnelle Art der Haarverlängerung, da die Haare nur ins Eigenhaar festgeklemmt werden. An dem Verbindungsband befinden sich Klammern bzw. Spangen.
2.Skin Weft:
- Hierbei sind die Haare auf einem feinem PU-Band befestigt und werden durch Klebestreifen (Tape) am Kopf festgemacht. Diese Methode schädigt das Haar nicht und ist vorteilshaft für Menschen mit lichtem oder dünnem Haar, da die „Skin Wefts“ am Oberkopf nicht zu sehen sind.
3.Einnähen:
- Das Eigenhaar wird zu „Cornrows“ geflochten. Dann werden die Tressen am Band auf die „Cornrows“ gelegt und mit einem Faden „festgenäht“. Besonders beliebt ist diese Methode bei Afroamerikanern.
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