Fit for Job?

MITARBEITER
Die Sache mit der Weiterbildung...
Friseurin - ein Modeberuf in dem ständige Veränderungen an der Tagesordnung sind:
Gehen Sie die mit? Sind sie informiert?
Wenn nicht, dann sollten Sie niemals über zu geringen Lohn jammern!

Die Löhne im Friseurhandwerk befinden sich am unteren Ende der Einkommensskala und auch Sie als Friseur oder Friseurin möchten gerne mehr Geld verdienen.

Nun haben Friseurunternehmen in den letzten Jahren keine großartigen Gewinne oder Rücklagen erwirtschaftet.

Der Betriebsvergleich Wella EVA spricht von einer hohen Verschuldungsrate der Betriebe. Der Branchenvergleich für das Friseurhandwerk NRW meldet einen Unternehmerlohn von ca. 1.461 € im Monat. 

Woher also mehr Geld für bessere Löhne nehmen?

Wenn in der Friseurbranche mehr verdient werden soll braucht es auch mehr Umsätze! Die kommen nicht von alleine!

Wenn eine Friseurin mehr Lohn möchte muss sie sich ihrer Umsatzpflicht bewusst sein. Diese wird neuerdings auch in Tarifverträgen festgeschrieben und  bedeutet das der Bruttolohn mit Faktor 4 multipliziert als Umsatz zu erwirtschaften ist. (oder Faktor 3,5 plus 19% Mehrwertsteuer – Tarifvertrag Baden Würtemberg)

Mit Standarddienstleistung wie vor Jahren ist das kaum möglich!

Kundinnen von Heute machen genau das was viele Friseure/inne oftmals zu wenig tun: sie informieren sich! Die Kundin von Heute ist bestens darüber informiert welche Trends, Techniken und Produkte angesagt sind.

Die (Schutz)Behauptung vieler Mitarbeiter „meine Kunden wollen das nicht“ oder „dafür haben wir keine Kunden..“ ist schlichtweg falsch. Selbst Senioren stürzen sich heute ins Internet, haben eigene Ansprüche, wollen besser und vor allen Dingen jünger wirken,  dafür geben sie gerne Geld aus.  Kleidung, Reisen, Anti Aging, Kosmetik, Wellness – überall wachsen die Umsätze. In der Friseurbranche eher weniger, kein Wunder: neue Angebote für die Kundinnen sind ja auch eher selten!

Eine absolut häufige Antwort von Friseurinnen wenn in Vorstellungsgesprächen die Frage auftaucht warum sich beispielsweise die Fertigkeiten auf 2-3 Strähnentechniken beschränken.

„Haubensträhnen kann ich, Folien auch, ach ja, Kammsträhnen dann noch..!“ kommt die zaghafte Antwort. ‚Deutlich zu wenig um erfolgreich Kundinnen zu begeistern, liebe Bewerberin’ denke ich und frage nach Color Sensations, Essential Looks, Painting  oder anderen aktuellen Farbkonzepten. Farbe boomt bekanntlich, aber die Standardfärbung gibt es eine Strasse weiter für 10,- €uro. Da brauchen wir schon etwas anderes um Umsatz zu machen!

„Das hat mein Chef nie verlangt..“ oder „Seminare wurden bei uns nicht angeboten“ ist die durchweg gängige Antwort in solchen Gesprächen. Peinlich, liebe Bewerberin.
Durchgefallen !!!

Nein, nicht der Chef alleine ist für die Weiterbildung der Mitarbeiter verantwortlich sondern auch jeder selber für sich. Der Chef sollte Angebote schaffen um Mitarbeiter zu fördern, das ist richtig. . Tut er es nicht ist Eigenverantwortung gefragt.

Teuere Seminare? Können Sie sich nicht leisten?  Nein, liebe Friseurin! In heutigen Zeiten gibt es andere Medien um das Wissen auf neuesten Stand zu halten. Angefangen mit der Fachzeitung die auch von einer Friseurin abonniert werden kann bieten sich zur Weiterbildung preiswerte CD’s und DVD’s an und wer Zeit für Chaträume findet sollte vielleicht auch mal eines der zahlreichen Friseurportale nutzen.

Möglichkeiten gibt es massenhaft, wenn man möchte.

Ihre Fachkenntnis ist nicht auf aktuellem Stand? Seminare hat Ihr Chef nicht angeboten? Diese Redewendung bedeutet für mich nur: Sie haben zu wenig Interesse an Ihrem Beruf !!!

Rene Krombholz
Friseurmeister und Fachautor

21.05.2012 - 22:13:47

Letzte Aktualisierung: 18.05.2012
ISSN - 2190-9873


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