Arbeitsplatz und Löhne

MITARBEITER
Die Situation am Arbeitsmarkt?

Das Deutsche Friseurhandwerk ist mit den Löhnen Ausbildungs-Vergütungen an der unteren Scala im Vergleich zu den Entlohnungen in anderen Berufen. Eine Tatsache die auch aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage resultiert.

Überangebot an Auszubildenden
Friseurin zu werden ist immer noch für viele junge Mädchen ein Traumberuf, wobei Vorstellung über den Beruf und Realität oftmals weit auseinander klaffen. Ebenso sieht es leider bei den Anforderungen aus: Deutsch und Mathe schlechte Noten? Gut – ein handwerklicher Beruf ist auch eine Lösung…
Manchen Ausbildungsbetrieben ist dieses Denken auch recht, sichert es doch billige Arbeitskräfte für bestimmte einfache Tätigkeiten.

Überangebot an jungen Fachkräften
Drei Jahre später stehen diese Jungen Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und einem Überangebot an Mitbewerbern (Arbeitssuchenden) gegenüber. Nur ein kleiner Teil der Jungfriseure/innen wird übernommen. Folge des Kunden und Umsatzrückgangs der letzten Jahre.

Mangelnde Berufserfahrung
Ein relativ großer Prozentsatz dieser Jungfriseurinnen ist mit den Basistechniken mehr oder weniger vertraut, nur ganz wenige sind in der Lage sich einen eigenen Kundenstamm aufbauen zu können.Der allerdings ist erforderlich um für das Unternehmen den eigenen Lohn überhaupt zu finanzieren.

Kostensituation der Unternehmen
Genau an dieser Stelle passt die Frage: wer bezahlt eigentlich die Mitarbeiter?
Der Chef. Ja, aber nur indirekt, kommen keine Kunden hat er keine Einnahmen und kein Geld für Löhne!
Wie finanziert man also eine Jungfriseurin ohne eigenen Kundenstamm? Finanzielle Rücklagen fehlen heute den meisten Betrieben, das Einkommen der Unternehmer ist vielfach ebenfalls am unteren Limit und bietet keinen Spielraum.

Auszehrung des Marktes durch Schwarzarbeit
Ein Teufelskreis! Zahlreiche junge ausgebildete Menschen ohne Arbeit, Betriebe die aus wirtschaftlicher Zwangssituation Menschen in die Arbeitslosigkeit schicken müssen, sie alle stehen der Agentur für Arbeit zur Verfügung.
Eines darf aber auch sicher sein: nicht alle davon werden die Hände in den Schoß legen sondern sich ‚ein Zubrot’ verdienen, was bekannterweise auch ein Teil der berufstätigen Friseurinnen nach Feierabend praktiziert.

Somit wird den ansässigen Betrieben wiederum Potential entzogen. Fachleute schätzen den Umsatzverlust auf 20-30 %

Aktionen der Agentur für Arbeit – Zunahme der Betriebe
Viele der Arbeitssuchenden landen – sofern es die Agentur für sinnvoll hält – auf der Meisterschule. So werden die Zahlen des Arbeitsmarktes erst einmal bereinigt. Den Lehrgang zahlt die Behörde, den Meisterschülern zusätzlich einen Lebensunterhalt. Nach Abschluss der Meisterschule stehen die meisten Jungmeister sofort wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. In der Vergangenheit wurde dieses Problem mit Ich AG’s gelöst, heute mit Existenz Gründungsdarlehn.

Immer mehr Betriebe bei gleichzeitig weniger Umsatz in der Branche bedeutet
weniger Umsatz – weniger Gewinn – weniger Geld für Löhne.

Weniger Kunden im Salon
Nicht nur dieses: verändertes Verbraucherverhalten und Konjunkturflaute haben die Friseurbranche zusätzlich arg gebeutelt. Die Besuchsfrequenz (Anzahl der Friseurbesuche pro Jahr) hat sich deutlich verschlechtert.

Qualifikation
Viele Friseurinnen bedienen mit Müh und Not gerade mal 4-5 Kunden pro Tag, Zusatzdiensleitungen werden aus Bequemlichkeit oder mangelnden Fachkenntnissen nicht oder zu wenig angeboten. Folge: zu wenig Umsatz.
Bestes Beispiel dafür ist der Umsatz mit Verkaufsprodukten: während ein Drogeriemarkt in der BRD durchschnittlich für 40.000 €uro Haarkosmetik pro Monat verkauft sind es beim Friseur meist nur ein paar Hundert Euro Verkaufsumsatz.

Viele Faktoren tragen derzeit dazu bei das es im Friseurmarkt fast unmöglich scheint vernünftige Löhne zu zahlen.
Wobei: das täuscht!
Neben einer Vielzahl schlecht bezahlter Mitarbeiter gibt es auch Lichtblicke: professionell arbeitende Friseurinnen die mit 7 bis 8 Kunden pro Tag und einem pro Kopf Umsatz von deutlich über 40,- € genügend Umsatz erwirtschaften damit der Unternehmer daraus einen guten Lohn finanzieren kann!

21.05.2012 - 22:12:54

Letzte Aktualisierung: 18.05.2012
ISSN - 2190-9873


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