Bald 25 Prozent MwSt ?

Unternehmensberater und Herausgeber der MARKTLÜCKE - Dieter Schneider - war einer der Ersten die sich für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz bei Friseurdienstleistungen stark machte. Inzwischen ist dieses auch ein Thema für die Gastronomie geworden, wo sich die entsprechenden Verbände bundesweit lautstark zu Wort melden. Kein Wunder also, dass jetzt auch der Zentralverband des Friseurhandwerks verstärkt dieses Vorhaben
(für das Friseurhandwerk) unterstützt.

Dieter Schneider ist nicht nur Querdenker, sondern gilt auch als Vordenker und spricht aus, was Experten schon länger befürchten oder sogar befürworten: Die nächste Mehrwertsteuererhöhung kommt. Natürlich erst nach den Wahlen...

Für SIE als Friseurunternehmer kann es aber von existenzieller Bedeutung sein ob Sie künftig z. B. 2.500 Euro pro Monat an den Fiskus abführen müssen oder nur die Hälfte - deshalb sollten Sie diese Aktion unterstützen, Heute noch!!!

Das Interview mit Dieter Schneider

Friseur-News (FN):
Herr Schneider, Sie sind der langjährige, manchmal sehr einsame Kämpfer für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen. Müssen wir jetzt nicht das Gegenteil befürchten: Einen deutlich höheren Mehrwertsteuersatz nach den Bundestagswahlen?

Dieter Schneider (D.S):
Das müssen wir in der Tat befürchten, heute am 04. Juni steht in der FAZ ein großer Artikel des Präsidenten des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, mit der Überschrift:

Die höhere Mehrwertsteuer kommt

Zimmermann befürwortet eine Anhebung des Spitzensteuersatzes bei der Mehrwertsteuer von 19% auf 25%, teilweise mit Argumenten die nachdenklich machen.

FN: Glauben Sie, dass es so kommt?

Dieter Schneider:
Es kommt in der nächsten Legislaturperiode des Bundestages nach der Bundestagswahl eine Umsatzsteuerreform. Das haben inzwischen Politiker aller Parteien gefordert. Dabei sollen vor allem die niedrigeren Mehrwertsteuersätze überprüft werden. Machen wir uns dabei aber nichts vor: Steuerreformen sind weniger mit Steuersenkungen verbunden als mit Steuererhöhungen. In Kreisen der SPD wird immer laut über die Abschaffung aller niedrigeren Mehrwertsteuersätze als angebliche Subventionen nachgedacht.

Ich sehe es schon länger kommen und habe das in kleinem Kreis auch schon öfters gesagt: Weitere niedrigere Steuersätze, z. B. für gastronomische Dienstleistungen oder Friseurdienstleistungen wird es nur geben, wenn gleichzeitig die Mehrwertsteuer allgemein erhöht wird. Es wird in Deutschland darauf hinauslaufen, dass der Spitzensteuersatz in mehreren Schritten auf 25% erhöht wird und der niedrigere Schritt für Schritt in Richtung 10%. Da hat dann das Friseurhandwerk eine gute Chance, mit 7 bis 10% davonzukommen.

FN: Glauben Sie, dass das zwangsläufig so abläuft?

Dieter Schneider:
Beileibe nicht! Wenn das Friseurhandwerk seinen Kampf um einen Mehrwertsteuersatz von 7% nicht gewaltig hochfährt, dann geht es leer aus, d. h. muss mit einem immer höheren Spitzensteuersatz leben. Was das für die Branche bedeutet, brauche ich hier nicht weiter auszumalen.

FN: Wie stellen Sie sich das Hochfahren vor?

Dieter Schneider:
Schauen Sie sich nur die Gastronomie an! Heute steht in der FAZ auch ein großer Artikel mit der Überschrift: Gastwirte gehen für geringere Mehrwertsteuer baden

Im Artikel steht dann: „Unter dem Motto „Mit 19 Prozent gehen wir baden“ springen Gastwirte in den Bodensee, demonstrieren zu tausenden in den Grenzregionen und setzen mit weiteren Aktionen die Politiker unter Druck…

FN: Sollen die Friseure jetzt auch baden gehen?

Dieter Schneider:
Meine Antwort darauf ist ernster als die Frage wahrscheinlich gemeint ist. Ich würde mich als Friseur an die örtlichen Aktionen der Wirte dranhängen. Wenn die keinen Mehrwertsteuersatz von 7% kriegen, bekommen ihn auch die Friseure nicht.
Natürlich müssen wir vor allem eigenständig etwas tun. Die Coiffeur-Cooperation hat eine Aktion gestartet, mit der nach und nach alle Direktkandidaten für den nächsten Bundestag auch direkt angesprochen werden sollen. Das entsprechende Schreiben stelle ich Ihren Lesern gern zur Verfügung. Wichtig ist dann die Rückmeldung an uns, erstens, wenn die Kandidaten angeschrieben worden sind und zweitens, wenn die reagiert haben. Es geht nicht nur darum, sie einmal anzuschreiben, sondern immer wieder wechselnd von anderen Friseurteams.

FN: Was halten Sie von den Aktionen des Zentralverbandes?

Dieter Schneider:
Jede Aktion nutzt, zumal sie sich gegenseitig verstärken. Der Zentralverband setzt auf die Ansprache der Politiker auf allen Ebenen bis hin zum Bedienungsstuhl. Das ist richtig. Für meine Begriffe sind die meistens Friseure zu ängstlich, den Politikern, denen sie die Haare schneiden, die - nämlich ihre - Meinung zu sagen. Dazu ist es aber wichtig, die wesentlichen Argumente für einen Mehrwertsteuersatz von 7% für Friseurdienstleistungen parat zu haben.

FN: Hängt der Mehrwertsteuersatz von 7% für Friseurdienstleistungen auch vom Ausgang der Bundestagswahl ab?

Dieter Schneider:
Ja, wenn Steinbrück Finanzminister bleibt, sind die Chancen wesentlich geringer. Nach unseren bisherigen Erkenntnissen haben wir bei CSU und FDP die besten Chancen, wenn die nach der Bundestagswahl in der Regierungskoalition vertreten sind. Die CDU muss noch wegen ihres bisherigen Koalitionspartners eiern. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass Frau Merkel eine satte Mehrheit einer großen Koalition lieber ist als eine knappe mit der FDP.

So gesehen können bei dem zu erwartenden knappen Wahlausgang die Gastwirte und Friseure als mächtige Meinungsmultiplikatoren die Wahl entscheiden. Deshalb wäre es schön, wenn auch die Leser und Nutzer von Friseur-News aktiv würden mit dem Material, dass wir Friseur-News zur Verfügung stellen.


Im Internet www.marktluecke-verlag.de (Marktlücke intern) können sie sich auch fortlaufend über unsere Mehrwertsteuer-Aktionen und ihre Ergebnisse informieren.

HIER geht es zur Aktion für die ermäßigte Mehrwertsteuer

Argumente für und gegen die ermäßigte Mehrwertsteuer

07.02.2012 - 21:12:48

Letzte Aktualisierung: 07.02.2012
ISSN - 2190-9873


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