

Welche ist die entscheidende Größe, die über den Erfolg eines Unternehmens oder einer Filiale entscheidet. Natürlich gibt es Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, dass sich der Erfolg eines Salons schneller einstellen kann, wie zum Beispiel Standort, Standort oder Standort.
Langfristig entscheidet aber neben der Qualität eines Konzeptes in erster Linie die Qualität der Führungsperson.
Wer demnach erfolgreiche Filialpolitik betreiben will, muss eine kritische Bewerberauswahl vornehmen und in die Aus- und Weiterbildung seiner Salonleiter/-innen investieren.
Doch oft startet man schon bei der Auswahl der in Frage kommenden Kandidaten mit dem falschen Qualifikationskriterium. Dies belegt auch Achim Rothenbühler, Gründer des Unternehmens J.7, der bei einem Vortrag für die Firma L’Oréal darauf aufmerksam machte, dass auch sein Unternehmen früher diesen Fehler beging: „Meist machten wir die Mitarbeiter zu Salonleitern, die den höchsten Monatsumsatz einfuhren!“
Doch: Entsprechen die Qualitäten, die eine gute Friseurin auszeichnen, auch denen, die eine Führungskraft ausmacht? Überhaupt nicht!
Natürlich könnte es möglich sein, dass eine Friseurin, die eine hohe Begeisterungsfähigkeit bei der Kundenberatung entwickelt, diese auch gegenüber Mitarbeitern entwickeln kann. Natürlich kann sie aufgrund ihrer höheren Auslastung und Umsatzleistung die Vorbildfunktion gegenüber den Mitarbeitern erfüllen. Doch für eine geeignete Führungskraft ist dies eindeutig zu wenig.
Es müssten vielmehr die Angestellten für die Führungsposition gesichtet werden, die sich für die Entwicklung ihrer Kollegen interessieren. Und eine Leidenschaft dafür entwickeln, Kollegen fördern und unterstützen zu wollen. Die Zielsetzung dabei sollte sein, ein gesamtes Team erfolgreich aufzubauen und zu entwickeln. Sie müssen gut zuhören, aber auch begeistern können. Natürlich muss eine 100-prozentige Loyalität gegenüber dem Unternehmen und eine nahezu vollständige Identifikation mit den Zielen des Unternehmens vorhanden sein. Sie muss fähig sein, sich durchsetzen zu können, sie muss Entscheidungen treffen und durchsetzen können.
Und sie muss vor allem eines: Für dies alles die Verantwortung übernehmen! Nicht nur im Falle des Erfolges sich in diesem sonnen, sondern auch die Verantwortung für möglichen Misserfolg zu übernehmen, sich vor die Mannschaft stellen, anstatt die Verantwortung in diesem Falle weiter zu delegieren.
Doch wechseln wir nun einmal die Perspektive: Was sind denn die Gründe, warum sich Angestellte für eine Führungsposition interessieren?
Befragt man die Kandidaten, bekommt man unter Anderem folgende Antworten zu hören:
1. „Wenn ich die Stelle einer Salonleitung übernehme, kann ich mehr verdienen!“ Die Führungsperson sieht also alleine den monetären Charakter, um sich für die Stelle einer Salonleitung zu interessieren – im Übrigen auch ein Grund, warum viele Stylisten glauben, dass eine eigene Selbstständigkeit automatisch dazu führen wird, viel mehr verdienen zu können. Doch wenn der Antritt einer verantwortungsvollen Position fast ausschließlich nur auf diesem Wunsch basiert, ist dies schon zum Scheitern verurteilt.
2. „Ich will nicht ewig „nur“ Stylistin sein. Wenn ich die Stelle einer Salonleitung übernehme, steige ich in der Karriereleiter weiter auf!“ Übrigens auch einer der Gründe, warum in der heutigen Zeit ein wahrer „Meisterwahn“ bei den Jungfriseurinnen (unabhängig von den Friseuren und Friseurinnen, die statt in die Arbeitslosigkeit entlassen, gezielt auf Meisterschulen geschickt werden) zu registrieren ist.
3. „Ich will „nur“ eine Salonleitung übernehmen, weil ich für eine eigene Existenz die Verantwortung scheue!“ Ohne Kommentar!
Es ließen sich hier noch mehr Aussagen von Bewerbern auf Führungspositionen auflisten, die schon im Ansatz vermuten lassen, dass es in der Umsetzung kaum zum gewünschten Erfolg kommen kann.
Der erste große Anspruch an eine Führungsperson ist die Übernahme von Verantwortung. Dazu gehört in erster Linie das Interesse und die Leidenschaft das Unternehmen oder die Filiale erfolgreich aufzubauen bzw. weiter zu entwickeln. Dazu gehört eine gehörige Portion Ehrgeiz, eine große Leidenschaft, für Menschen und deren Entwicklung, sehr gute analytische und organisatorische Fähigkeiten, ein großes Interesse für die entscheidenden Kennzahlen, die es ermöglichen, die Entwicklung der Angestellten und letztendlich des Unternehmens zu beurteilen, und, und, und...
Wer also einen größeren Filialbetrieb aufbauen möchte, der benötigt hierfür nicht nur eine Gruppe von qualifizierten Angestellten, die dieser Verantwortung gerecht werden wollen. Es ist dringend angezeigt, eine Art von Führungs-Akademie zu entwickeln, in der die entsprechenden Probanden auch eine wirkliche theoretische, aber auch sehr praxisnahe Aus- und Weiterbildung hinsichtlich der gesamten Anforderungen erhalten. Diese Akademie sollte eine Basis-Ausbildung vor dem Start in die Führungsverantwortung bieten, aber auch die Führungspersonen während ihrer Tätigkeit mit vertiefenden Bausteinen weiter entwickeln.
Mögliche Punkte können hierfür sein:
- Unternehmensphilosophie
- Standards des Unternehmens
- Ablauforganisation
- Leistungsanspruch
- Zieldefinition
- Budgetverantwortung
- Kennzahlen
- Betriebswirtschaftlicher Hintergrund
- Warenwirtschaft
- Mitarbeiterführung
- Einstellung von Mitarbeitern
- Arbeitsrecht
- Mitarbeitergespräche
- Marketing und Werbemittel
- Unternehmensplanung
- Kommunikation
Natürlich kann diese Auflistung um die Punkte, die für Ihr Unternehmen besonders wichtig sind, ergänzt werden. Setzt man diese Ansprüche um, ist ein wesentlich effizienteres Arbeiten und Expandieren möglich.
Sollten nun unter den Lesern einige Einzelunternehmer dabei sein, die feststellen, da sie nicht filialisieren wollen, dass diese Thematik sie eher weniger tangiert, dem sei zumindest geraten, sich selbst auf den Prüfstand zu stellen, ob er diesen Ansprüchen an eine überdurchschnittliche Führungsperson selbst gerecht werden kann.
Wer sein Wissen wieder auffrischen möchte, dem seien unsere Chef- und Führungsseminare, die auf viele dieser Punkte zugeschnitten sind, ans Herz gelegt.
Viel Erfolg bei der weiteren Entwicklung Ihres Unternehmens
wünscht Ihnen Ihre Schaefer & Partner Consulting
Schaefer & Partner Consulting GbR
Katja Bigalke
An der Hochstraße 15
Quelle: SPC
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