STOPPT den Mindestlohn.

Der Tarifstreik im öffentlichen Dienst ist beendet. Rund 8% mehr Lohn innerhalb der nächsten 2 Jahre werden die Preise für Müllabfuhr, Nahverkehr, Gesundheitswesen aber auch Energie und Verwaltungskosten weiter steigen lassen.
Die Kassen der Kommunen sind leer, der Verbraucher zahlt die Mehrkosten die durch diese Lohnerhöhungen entstehen.

Das bedeutet: auch für SIE als Friseur/in oder Unternehmer/in wird in den nächsten Monaten vieles nochmals teuerer.

Während Ver.di für den öffentlichen Dienst 8% mehr Lohn durchsetzen konnte sind es aktuell beim Abschluss für das Friseurhandwerk in NRW jährliche 1,9% - Verhandlungsführer ebenfalls die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di *1)

Es scheint das Ver.di hier nicht auf die Belange der Menschen schaut – schließlich stehen die Mitarbeiter im Friseurhandwerk seit Jahren deutlichst hinter den Verdienstmöglichkeiten im öffentlichen Dienst zurück:

Ein Straßenkehrer, ungelernt verdient 1. 577 Euro netto im Monat *2)
Der Friseurmeister, 3 Jahre Lehre plus erfolgreiche Meisterprüfung
1.200,- € netto/Monat *3)
Unterschied 370,- € zu Lasten des Friseurmeisters

Nun ruft die gleiche Gewerkschaft nach Einführung des Mindestlohnes – das ist werbewirksam – aber nicht immer sinnvoll.

Nein – nicht falsch zu verstehen!!!
Auch wir bei friseur-news.de sind für bessere Bezahlung der Mitarbeiter innerhalb der Friseurbranche. Aber bitte nicht gesetzlich verordnet sondern leistungsorientiert!

„Mindestlohn auch für Selbständige“ forderte bereits vor Monaten die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
Fakt ist: Der durchschnittliche Friseurunternehmer meldete 2006 ein verfügbares Netto-Einkommen von 1.299,- € pro Monat. *4) Mit anderen Worten: auch vielen Salonbesitzern geht es Anno 2008 nicht besonders gut.

Höhere Löhne – auch Mindestlöhne – müssen erwirtschaftet werden, ansonsten kosten sie Arbeitsplätze.

„Mindestlohn kostet zwei Millionen Arbeitsplätze“ meldet das IFO Institut am 31.März 2008 - auch im Friseurhandwerk!

Höhere Löhne – besser bezahlte Mitarbeiter müssen einhergehen mit zunehmender Qualifikation und steigenden Umsätzen, anders geht es nicht.
Im Durchschnitt wiesen die bundesdeutschen Salons im Jahr 2006 8,9 % Fehlkapital auf, bedeutet Verschuldung. Mit durchschnittlich 5 Kunden am Tag lassen sich derzeit keine besseren Löhne im Friseurhandwerk finanzieren, auch kein Mindestlohn.

Wir hoffen das die Tarifpartner künftig weiter den Weg der leistungsorientierten Bezahlung gehen werden, was bedeutet im Gegenzug zum tariflichen Entgelt eine Umsatzpflicht zu definieren. Wer mehr Umsatz erbringt soll dann davon profitieren und besser entlohnt werden.

Tarifverträge die Lohn für Anwesenheit (Stundenzahl) ausweisen sind nicht zeitgemäß. Das gilt auch für Mindestlohn im Friseurhandwerk.

Friseur-Intern startet eine Aktion kontra der Mindestlohnpolitik und ruft auf den Mindestlohn im Friseurhandwerk zu stoppen. Wenn Sie mitmachen wollen können Sie sich hier die friseur-intern Umfrage downloaden und an die Redaktion faxen.


Quellenhinweise:
*1) Die Bruttovergütungen wurden im Vergleich zum letzten Tarifvertrag (Stand 1.1.2004) um durchschnittlich 7,5 % angehoben. Das entspricht einer jährlichen Erhöhung um ca. 1,9%.
*2) übergebuehr.de .
*3) Tarifvertrag Friseurhandwerk für NRW - letztgültige Fassung 2004 – gekündigt
*4) Wella EVA Erfolgs-Vergleichs Analyse
Downloads zum Thema:

friseur-intern_kontra_Mindestlohn.pdf     

08.02.2012 - 09:51:06

Letzte Aktualisierung: 08.02.2012
ISSN - 2190-9873


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