| Nur noch 7% Mehrwertsteuer im Friseursalon? |
Die EU-Kommission hat eine Änderungsrichtlinie für den Anwendungsbereich ermäßigter Mehrwertsteuersätze vorgeschlagen. Sie reagiert damit auf die Erfahrungsberichte der Modellversuche und eine Neuordnung der Bereicheu nd Leistungen vor , für die ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz möglich sein soll, festgelegt werden. Friseurdienstleistungen sind dort trotz relativ erfolgreicher Erprobung in den Niederlanden , Luxemburg und Spanien nicht enthalten.
Neue Studie belegt die positiven Auswirkungen einer MwST -Senkung
Dem Zentralverband ist die politische Entwicklung in Sachen Mehrwertsteuersenkung für arbeitsintensive und konsumnahe Dienstleistungen vollkommen unverständlich, zumal ein aktuelles Gutachten des Instituts für Mittelstandsforschung der Uni Mannheim im Auftrag des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums im Rahmen einer Wirkungsanalyse besonders für das Friseurhandwerk zu sehr positiven Ergebnissen kommt.
ZV-Präsident Popp hat im Rahmen des ZDH-MwST-Forum vor hochrangigen Wirtschaftsexperten und Politikern noch einmal darauf hingewiesen , dass keine andere Form der Entlastung bei Abgaben und Steuern, vor allem bei den Lohnnebenkosten, so gut die Benachteiligung von arbeits- und beschäftigungsintensiven Dienstleistungshandwerken kompensiert wie der absenkende Mehrwertsteuersatz.
Der Zentralverband fordert , das Friseurhandwerk in den EU-Richtlinienkatalog aufzunehmen.
Erfolg in Holland
Der Modellversuch in Holland für eine Senkung der Mehrwertsteuer in Dienst leistungs- intensiven Berufen war ein voller Erfolg:
Die Zahl der Beschäftigten wuchs innerhalb eines Jahres um 12,7%
Zentralverband bekräftigt vitales Interesse: weniger MwSt. für mehr Beschäftigung
1.000.000 Unterschriften für den Finanzminister
Friseure und Verbraucher sind sich einig: Die Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen soll von derzeit 16 auf künftig 7 Prozent gesenkt werden. Dies dokumentieren weit über 1 Million Unterschriften, die der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) der Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Frau Dr. Barbara Hendricks, in Berlin übergeben hat. Der Zentralverband bekräftigt damit seine Forderung, dieses vitale Interesse der Friseurbranche politisch umzusetzen. Die Position des deutschen Friseurhandwerks liegt auf der Linie des Beschlusses der EU-Finanzminister, der ausdrücklich die versuchsweise Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes im Friseurhandwerk erlaubt.
Marktforschung: mehr Friseurbesuche durch Mehrwertsteuerentlastung bei den Preisen
"Die Senkung der Mehrwertsteuer würde nicht nur positiv auf die konjunkturelle Situation am Friseurmarkt wirken, sondern vor allem helfen, neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen", sagte ZV-Präsident Alfred Preußner. "Das Votum der Verbraucher ist hier eindeutig: Erst jüngst hat eine repräsentative Befragung von Verbraucherinnen ergeben, dass eine Mehrwertsteuerentlastung bei den Preisen für Friseurdienstleistungen eine spürbare Erhöhung der Besuchsfrequenz zur Folge haben würde." Nach Auffassung des Zentralverbandes lassen sich die positiven Effekte auf dem Friseurmarkt auf die kurze Formel bringen: "Weniger Mehrwertsteuer = mehr Umsatz = mehr Beschäftigung".
Kampf der Schattenwirtschaft: MwSt.-Senkung mindert Anreiz zur Schwarzarbeit.
"Als arbeitsintensives und konsumnahes Dienstleistungsgewerbe wird das Friseurhandwerk im Bereich der Lohn- und Lohnzusatzkosten unverhältnismäßig hoch belastet", sagte ZV-Präsident Alfred Preußner. "Hier ist es besonders schwierig, die Umsatzsteuer auf die Endverbraucher zu überwälzen. Die Folgen: eine rückläufige Nachfrage und ein massiver Boom der Schwarzarbeit. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen verspricht deshalb einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Neben mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen würden durch die Senkung der Mehrwertsteuerlast der Anreiz zur Schwarzarbeit gemindert und die steuerpflichtigen Umsätze steigen."
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