Was Sie immer schon über Farbe wissen wollten
Haarfarben erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nicht nur Frauen , sondern auch zunehmend Männer verwenden Haarfarben, blondieren oder nutzen Strähnchen, um den eigenen Typ durch eine attraktive Haarfarbe vorteilhaft oder modisch zu unterstreichen. Man möchte die Farbe wechseln passend zur Jahreszeit, zur Kleidung oder einfach nach Lust und Laune. Mit den heutigen Colorationen ist eine sehr schonende und pflegende Haarveränderung möglich
Ihre natürliche Pigmentierung
Die Haare erhalten ihre Farbe durch Pigmentierung , die Melanine. Die Eumelanine sind dunkler im Farbton, während die Phäomelanine zum heller-rötlichen Ton beitragen. Mit zunehmendem Alter werden weniger und schließlich keine Melanine mehr gebildet : Das Haar wird grau und schließlich weiß.
Wirkung von Haarfarben
Man unterscheidet beim Colorieren zwei Methoden, zum einen die Färbung mit oxidativer Haarfarbe, zum anderen die Tönung mit so genannten direktziehenden Farbstoffen.
Färbung oder Tönung ?
Ein wenig schummeln ist nach Meinung der Industrie wohl erlaubt. Nur so ist es zu erklären das Intensiv-Tönung drauf steht, aber Färbung drin ist. Dabei ganz leicht erkennbar: sobald Sie vor der Anwendung etwas zusammenmischen müssen handelt es sich chemisch gesehen um eine FÄRBUNG
Färbung - Oxidative Haarfarben
Haben ein einfaches Erkennungsmerkmal: In der Packung befinden sich grundsätzlich mindestens zwei Komponenten, die direkt vor der Anwendung miteinander gemischt werden müssen.
Oxidationshaarfarben verändern die natürlichen Haarpigmente und geben dem Haar- je nach Rezeptur- entweder eine semipermanente (bis zu 24 Haarwäschen haltbar) oder eine permanente, dauerhaft haltbare Farbe.
Die Wirkung jeder Färbung basiert auf folgenden Komponenten: Ein Alkalisierungsmittel (meist Ammoniak) öffnet die äußere Schuppenschicht, so dass Farbstoffe und Oxidationsmittel leichter in das Haarinnere eindringen können. Ausgangssubstanzen für die neue Haarfarbe sind Oxidationsfarbstoffe, das sind Farbstoffvorprodukte, die als sehr kleine, noch farblose Moleküle erst im Haarinneren mit Hilfe des Oxidationsmittels ihre eigentliche Farbnuance entwickeln.
Das Oxidationsmittel- zumeist Wasserstoffperoxid - wird unmittelbar vor der Anwendung mit den Farbstoff-Molekülen gemischt. Es setzt die eigentliche farbverändernde Reaktion in Gang: Es bilden sich große, farbige Moleküle, die sich entweder gar nicht oder nur nach längerer Zeit aus den Haaren lösen. Die Farbleistung der Colorationsmischung ist nach höchstens einer Stunde erschöpft, so dass einmal angemischte oxidative Colorationen sofort verwendet werden müssen.
Grundsätzlich sind die Inhaltsstoffe von oxidativen Haarfarben für die Kopfhaut gut verträglich. Nur bei ständigem Kontakt- wie z.B. an der Haut des Friseurs- können sie möglicherweise zu Irritationen der Haut an Händen oder Armen führen.
Daher sollte der Friseur beim Färben grundsätzlich Handschuhe tragen, nicht zuletzt, um die Anfärbung der Haut zu vermeiden; auch den Colorationen für zu Hause liegen Handschuhe bei.
Tönung Direktzieher
Auswaschbare Colorationen , so genannte Direktzieher, tönen das Haar vorübergehend. Bei der Veränderung der Haarfarbe mit direktziehenden Farbstoffen lagern sich die hier schon fertigen Farbstoffe am einzelnen Haar an und ergeben zusammen mit der natürlichen Haarfarbe den neuen Farbton. Eine Farbveränderung mit diesen Colorationen ist daher nicht dauerhaft: Die äußerlich angelagerten Farbstoffe waschen sich nach sechs bis acht Haarwäschen wieder heraus. Diesen Colorationstyp erkennt man daran, dass eine gebrauchsfertige Komponente in der Packung liegt, die ohne Mischen direkt aufgetragen werden kann.
Anwendungsform von direktziehenden Farbstoffen ist üblicherweise eine milde Shampoo -oder Spülungsformulierung, aber auch Creme- oder Schaumversion werden angeboten.
Die Colorationen sind sehr schonend für das Haar. Trotzdem sollte der Friseur bzw. die Anwenderin zu Hause wegen einer möglichen Anfärbung der Haut oder der Fingernägel stets Handschuhe tragen.
Wie funktioniert die Blondierung ?
Beim Bleichen oder Aufhellen werden die farbgebenden Naturpigmente der Haare, die Melanine, abgebaut: zunächst die dunklen Farbpigmente ( Eumelanine ) und erst im Anschluss die hell-rötlichen Farbpigmente ( Phäomelamine ). Während der Einwirkzeit kann so der Eindruck entstehen, dass das Haar orange wird. Der größte Fehler besteht darin , die Oxidanten zu diesem Zeitpunkt zu unterbrechen - also auszuwaschen-, denn dann bleibt der „rötliche“ Ton im Haar.
Um das Haar beim Blondieren zu schonen, sollte bei regelmäßigem Gebrauch lediglich eine Ansatzbehandlung durchgeführt werden.
Quelle IKW
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